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WBL feiert Kick-off für Azubi-Projekt "Trafoturm wird Tiny House"

Die Beteiligten beim Kick-off....
... zum Umbau des alten Trafoturms...
... in ein Tiny House

Die Wohnungsbau Ludwigsburg startet den Umbau eines ehemaligen Trafoturms zum Tiny House

Mit einem Kick-off-Termin hat die Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH (WBL) am gestrigen Mittwoch den Start für die Umnutzung eines ehemaligen Trafoturms in der Heinrich-Schweitzer-Straße eingeläutet. Gäste aus Politik, Planung, Handwerk, Nachbarschaft und Presse waren der Einladung gefolgt.

Im Mittelpunkt des Projekts steht bewusst die Ausbildung: Der Trafoturm wird als Azubi-Projekt realisiert. Auszubildende verschiedener Gewerke sind aktiv an Planung und Umsetzung beteiligt und werden das Projekt filmisch begleiten und dokumentieren.

Auftakt durch die WBL

WBL-Geschäftsführer Andreas Veit begrüßte mit besonderer Freude die zahlreich erschienenen Gäste und stellte das Projekt Trafoturm vor. Dabei betonte er insbesondere den Ausbildungsansatz des Vorhabens und die bewusste Entscheidung, das Projekt als Azubi-Projekt umzusetzen. „Mit dem Projekt Trafoturm wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, Verantwortung zu übernehmen und praktische Erfahrungen über den normalen Ausbildungsalltag hinaus zu sammeln“, erklärte Veit. „Gleichzeitig möchten wir zeigen, wie vielseitig und attraktiv das Handwerk ist und welchen wichtigen Beitrag Auszubildende bei der Umsetzung innovativer Bauprojekte leisten können.“ Achim Eckstein, Prokurist und Leiter des Projektmanagements bei der WBL, erläuterte die Rahmenbedingungen und stellte das Projekt mit seinen Besonderheiten vor.

Zeitkapsel und symbolische Eröffnung durch die Azubis

Nach der Vorstellung des Projekts präsentierten die beteiligten Auszubildenden eine Zeitkapsel mit persönlichen Gedanken, Visionen und Erwartungen zum Projekt Trafoturm. Die Kapsel wurde im Rahmen des Kick‑offs versiegelt und soll zur Fertigstellung des Projekts erneut geöffnet werden, um die ursprünglichen Erwartungen und Gedanken der Azubis mit den Ergebnissen abzugleichen und weitere Einträge zu ergänzen. Anschließend wird sie dauerhaft vergraben – als Zeitzeugnis für die Entwicklung des Projekts. Nach der Versiegelung der Zeitkapsel eröffneten die Auszubildenden das Projekt offiziell, indem sie die Schleife an der Eingangstür des Trafoturms öffneten.

Wohnen auf kleinem Raum

Was heute ein leerstehender Trafoturm ist, wird bald ein neues Zuhause werden. Entstehen soll ein rund 25 Quadratmeter großes Appartement, das zeigt, wie Wohnen auf kleinem Raum gelingen kann. Auf zwei Ebenen und einer eigenen Schlafebene finden Wohn- und Essbereich, Küche und Bad Platz, eine Terrasse öffnet den Raum nach draußen. Die Planung orientiert sich an den Prinzipien eines Tiny Houses. Das Appartement ist für das Wohnen zur Miete vorgesehen und richtet sich insbesondere an Singles, die bewusst auf kleiner Fläche leben möchten.

Vom Trafoturm zum Wohnraum

Der Trafoturm stammt aus dem Jahr 1931 und ist seit Langem ungenutzt. Statt das Gebäude abzureißen, wird es behutsam weiterentwickelt und in die bestehende Bebauung eingebunden. Auf einer kleinen innerstädtischen Restfläche entsteht so zusätzlicher Wohnraum, ohne neue Flächen zu versiegeln. Mit dieser Idee beteiligte sich die WBL am Wettbewerb „LückenNutzen“ der Patenschaft Innovativ Wohnen Baden-Württemberg. Das Konzept überzeugte: Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg wählte das Projekt zur Förderung aus. Der Zuschuss beträgt bis zu 78.968 Euro. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt werden womöglich für weitere wertvoll werden. Eckstein erklärt: „Möblierung und Treppeneinbau des Trafoturms haben wir modular konzipiert, was sich im Zuge einer Mehrfachnutzung auf weitere Trafotürme im Landkreis übertragen lässt.“

Lernen am realen Projekt

Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam mit Auszubildenden der beteiligten Partnerunternehmen Gottlob Rommel Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Gottlob Rommel Haustechnik GmbH & Co. KG, Kammerer Elektrotechnik GmbH, Heinrich Schmid GmbH & Co. KG sowie der Schreinerei Dabelstein. Die Auszubildenden wirken dabei an nahezu allen Gewerken mit und werden von erfahrenen Fachkräften begleitet.

Für Alena Berger, Auszubildende der WBL, liegt der besondere Reiz des Projekts in den Herausforderungen des Bestands: „Gerade weil das Gebäude so klein ist, bringt es viele Herausforderungen mit sich. Alles muss extrem platzsparend geplant werden und trotzdem alle wichtigen Funktionen bieten, die man zum Wohnen braucht.“

Aus dem Projekt nehme sie viel für ihr späteres Berufsleben mit: „Man muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und auch mal um die Ecke denken. Viele Lösungen entstehen erst, wenn man kreativ wird und neue Wege ausprobiert.“

Auch Marita Yousef, beteiligte Auszubildende der WBL, schätzt die Kombination aus Planung und Praxis: „Besonders spannend finde ich, dass ein kleines älteres Gebäude neu gedacht und weiterentwickelt wird. Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus einem sanierungsbedürftigen Trafoturm Schritt für Schritt etwas Neues entsteht.“

Gerade der begrenzte Raum erfordere individuelle Lösungen: „Nicht alles lässt sich nach Standard umsetzen. Es braucht gute Planung, Teamarbeit und kreative Ansätze, um Funktionalität und Gestaltung optimal miteinander zu verbinden.“ Für sie sei das Projekt eine wichtige Vorbereitung auf den Berufsalltag: „Ich lerne, Verantwortung zu übernehmen und Projekte strukturiert zu begleiten.“

Fertigstellung im Sommer

Die Fertigstellung des Projekts ist für den Sommer geplant, ab September soll das Appartement bezugsfertig sein. An einem Mietverhältnis Interessierte können sich gerne per E‑Mail an info@wb‑lb.de wenden.

Mit dem Trafoturm möchte die WBL zeigen, wie nachhaltiger Umgang mit Bestandsgebäuden, innovative Wohnformen und eine starke Ausbildung im Handwerk erfolgreich ineinandergreifen.

 

Fotos: Die Beteiligten des Projektes stehen beim Kick-off vor dem alten Trafoturm, der zum Tiny House umgebaut werden soll. Die Visualisierung zeigt, wie er künftig aussehen wird. (Bildrechte: WBL)