Positionen der Wohnungswirtschaft Baden-Württemberg
Bezahlbares Bauen und Wohnen als Zukunftsaufgabe
Nach der Landtagswahl im Frühjahr 2026 steht die neue Landesregierung in Baden-Württemberg vor wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft des Landes. Ein leistungsfähiger Wohnungsmarkt mit ausreichend bezahlbarem Wohnraum ist dabei ein wesentlicher Faktor für wirtschaftliche Stärke, soziale Stabilität und die Attraktivität des Standorts.
Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert. Hohe Bau- und Grundstückskosten, gestiegene Finanzierungskosten, komplexe Vorgaben und begrenzte Flächen erschweren die Schaffung neuen Wohnraums und erhöhen den Druck auf die Mieten.
Mit einem aktuellen Positionspapier zeigt der vbw auf, welche politischen Maßnahmen erforderlich sind, um
- Bauen zu erleichtern,
- Kosten zu senken und
- Wohnen wieder bezahlbarer zu machen.
Viele Forderungen des vbw wurden im Koalitionspapier von Bündnis 90/Die Grünen und CDU berücksichtigt. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an!

Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg unter Druck
Pestel-Studie (Okt. 2025)
In 41 von 44 Stadt- und Landkreisen herrscht ein Wohnungsdefizit. Insgesamt fehlen rund 192.000 Wohnungen – ein struktureller Mangel, der sich ohne politische Kursänderung weiter verschärfen wird.
Dies ist das Ergebnis der Studie des Pestel-Instituts (Stand: Okt. 2025), die der vbw zusammen mit weiteren sechs Verbänden der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen in Auftrag gegeben hat. Die Studie zeigt Ursachen, aber auch Lösungswege auf. Mit ihrem Appell richtet sie sich ausdrücklich an die Landespolitik, die Rahmenbedingungen für mehr Wohnungsbau zu verbessern.
vbw-Verbandsdirektorin Dr. Iris Beuerle betont:
„Bauen ist zu teuer geworden. Wir müssen wieder einfacher bauen – mit reduzierten Standards und niedrigeren Kosten. Der Hamburg-Standard gibt hier eine sinnvolle Orientierung. Das brauchen wir auch in Baden-Württemberg.“

Die komplette Pestel-Studie finden Sie zum Nachlesen hier
Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor
Manifest für einen Paradigmenwechsel
Im November 2024 wurde die Initiative Praxispfad CO₂-Reduktion im Gebäudesektor gestartet. Ihre wissenschaftlichen Analysen bestätigen: Mit einer reinen Fokussierung auf immer höhere Effizienzstandards lassen sich die Klimaziele weder schnell noch bezahlbar erreichen.
Die Initiative fordert daher einen politischen Kurswechsel hin zu einem CO₂‑orientierten Ansatz. Modellrechnungen zeigen, dass Klimaneutralität auch mit moderaten Effizienzmaßnahmen und einer zügigen Umstellung auf erneuerbare Wärme erreichbar ist – wirtschaftlicher und sozial verträglicher.
Der vbw unterstützt die Initiative gemeinsam mit dem GdW. Ziel ist es, praxisnahe und tragfähige Lösungen für den Gebäudesektor aufzuzeigen.
Kernforderungen:
- Emissionsfreie Wärmeversorgung
- Maßvolle Sanierung
- Effiziente Nutzung von Wärmepumpen
- Einführung eines Emissionsminderungspfads
- Stärkung von Bestandserhalt und Kreislaufwirtschaft
Der Praxispfad zeigt: Klimaschutz im Gebäudesektor gelingt nur mit einem pragmatischen, umsetzbaren Ansatz.


Positionen der gemeinwohlorientierten Wohnungswirtschaft zur Bundestagswahl 2025
Gesellschaftlichen Zusammenhalt langfristig sichern – Bezahlbares Wohnen und Transformation ermöglichen!
Bezahlbares Wohnen ist die zentrale Säule für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – sie muss langfristig abgesichert werden. Gleichzeitig gilt es, die klima- und altersgerechte Transformation des Gebäudebestands zu ermöglichen und zu erreichen. Nur so wird Deutschland ein Land mit den richtigen Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg und soziale Gerechtigkeit bleiben. Deutschland braucht eine Wohnstrategie, in die alle relevanten Ressorts in Bund, Ländern und Kommunen einzahlen müssen.
Diese bundesweite Wohnstrategie sollte drei zentrale Schwerpunkte umsetzen:
- Im Wohnungsbestand muss die notwendige klima- und altersgerechte sowie digitale Transformation bezahlbar umsetzbar werden.
- Es muss wieder bezahlbarer Wohnungsneubau im erforderlichen Umfang ermöglicht werden.
- Diese hohen Investitionen müssen realisierbar gemacht werden. Das heißt: Die Baukosten müssen runter, die Standards dürfen nicht weiter erhöht, Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden und für das bezahlbare Segment brauchen wir ausreichend Förderung sowie absoluten Vorrang.
Die Positionen des GdW im Detail finden Sie hier
Maßnahmen für eine effiziente kommunale Wohnraumpolitik
Kommunalwahl in Baden-Württemberg 2024
Am 9. Juni 2024 fand die Kommunalwahl in Baden-Württemberg statt. Vor diesem Hintergrund wies die Wohnungswirtschaft Baden-Württemberg auf wichtige Aspekte und Einflussmöglichkeiten der kommunalen Ebene beim Wohnungsbau hin.
Denn neben Bund und Land können auch Kommunen einen Beitrag für mehr bezahlbaren Wohnraum leisten. Zum einen haben es die Kommunen durch ihre Bodenpolitik in der Hand, an wen sie die Grundstücke zu welchen Konditionen vergeben, und welche Anforderungen gestellt werden (z.B. Stellplatzquote). Zum anderen können sie die Spielräume bei der Landesbauordnung und der Bauleitplanung nutzen sowie Verfahren vereinfachen und beschleunigen. Die kommunale Ebene verfügt damit über einen entscheidenden Hebel, um den Bau bezahlbarer Wohnungen effektiv zu unterstützen.
In Baden-Württemberg besteht seit Jahren eine Wohnungsbaulücke, auch bei öffentlich geförderten Wohnungen. Damit sich Kommunen entwickeln können und in Zeiten des demographischen Wandels und des Zuzugs attraktiv bleiben, ist neuer, bezahlbarer Wohnraum unverzichtbar. Notwendig sind Mehrfamilienhäuser, die den Herausforderungen des demographischen und gesellschaftlichen Wandels gerecht werden, z.B. durch generationengerechte Quartierskonzepte und entsprechende Wohnformen.
Was uns wichtig ist - hier unser Positionspapier als Download.

