DigiKon Süd 2026 - Cybersecurity, Daten und Zusammenarbeit als Erfolgsfaktoren der Digitalisierung
Klare Botschaften zu Cybersecurity, Datenstrategie und praxisnahem Wissenstransfer lieferte die DigiKon Süd 2026 in Kempten. Die Veranstaltung des VdW Bayern in Kooperation mit dem vbw zeigte an zwei Tagen auf, welche Faktoren die digitale Transformation der Wohnungswirtschaft aktuell prägen – und wie entscheidend der gemeinsame Austausch für den Fortschritt der Branche ist.
Der erste Veranstaltungstag stand im Zeichen der digitalen Sicherheit. In seiner Keynote zeigte Marco Di Filippo auf, wie sich Cyberangriffe durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz grundlegend verändern: Sie werden schneller, gezielter und schwerer erkennbar. Für Wohnungsunternehmen bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Cybersecurity ist längst keine reine IT‑Frage mehr, sondern eine strategische Managementaufgabe, die auf Führungsebene verankert sein muss – unabhängig von Größe und Struktur des Unternehmens.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Ausgangslagen im Bereich IT‑Sicherheit sehr unterschiedlich sind. Im Fokus stand daher nicht ein einheitliches Level zu erreichen, sondern die gezielte Weiterentwicklung bestehender Systeme hin zu mehr Resilienz. Workshops für Einsteiger sowie für Fortgeschrittene boten den Teilnehmern Orientierung für konkrete nächste Schritte.
Ein weiterer Schwerpunkt des ersten Tages war der EU Data Act. Er macht deutlich, dass Daten zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor werden. Wohnungsunternehmen erhalten neue Möglichkeiten, Daten von Drittanbietern – etwa Messdienstleistern oder Smart‑Home‑Anbietern – einzufordern und für eigene Zwecke zu nutzen, müssen dabei aber auch klare Anforderungen an Verfügbarkeit, Nutzung und Weitergabe erfüllen.
Der zweite Tag richtete den Blick konsequent auf die wohnungswirtschaftliche Praxis. Unter der Leitfrage „Was bringt die Wohnungswirtschaft in der Digitalisierung wirklich voran?“ standen konkrete Anwendungsbeispiele und der Wissenstransfer innerhalb der Branche im Mittelpunkt. Felix Fendert (Stadtbau Würzburg GmbH) und Jürgen Nitschke (Joseph‑Stiftung) zeigten, wie Business‑Intelligence‑Lösungen mit Qlik Sense und Power BI datenbasierte Entscheidungen unterstützen. Die zentrale Erkenntnis: Nicht die Menge der Daten ist entscheidend, sondern deren Qualität, Struktur und verständliche Aufbereitung.
Wie vielseitig nutzbare Daten Mehrwert schaffen, zeigte Jens Kahl von der bbg Berliner Baugenossenschaft. Mit dem System AiBATROS werden Modernisierungen geplant, Kosten kalkuliert und Klimaeffizienz bewertet – mit positiven Effekten, die auch den Austausch mit Banken erleichtern. Ergänzend machte Martin G. Langenmaier (Sozialbau Kempten) deutlich, wie wichtig eine durchgängige digitale Infrastruktur und professionelles Schnittstellenmanagement sind, um gewachsene Systemlandschaften sinnvoll zu vernetzen.
Dass Digitalisierung nur mit Akzeptanz gelingt, unterstrich Susanne Lippmann (jenawohnen GmbH) am Beispiel des Smarten Quartiers Jena‑Lobeda. Digitale Lösungen werden dann angenommen, wenn sie verständlich sind, konkret unterstützen und keine zusätzlichen Hürden schaffen.
Zum Abschluss beleuchteten Arne Rajchowski (DigiWoh Kompetenzzentrum) und Thomas Wöckel (vbw) die Chancen und Herausforderungen von Kooperationen bei Digitalprojekten. Ihr Fazit: Auch wenn gemeinsame Vorhaben komplex sind, liegt gerade in der Zusammenarbeit großes Potenzial für die Zukunft der Branche.
Auf der DigiKon Süd 2026 war die digitale Lösung für die Unternehmen oft nur einen Stand entfernt. 34 Partnerunternehmen zeigten ihre Lösungen, die die zentralen Handlungsfelder der Digitalisierung abdecken: Cybersecurity & IT-Infrastruktur, Prozessoptimierung, ERP-Lösungen, smarte Energieoptimierung, digitale Mieterkommunikation und vernetzte Gebäudesysteme.
Neben dem fachlichen Know-how stellen für die Wohnungsunternehmen insbesondere die Gespräche in den Workshops, in den Pausen sowie bei der Abendveranstaltung ein zentrales Argument für die Teilnahme dar. Der offene und ehrliche Austausch auf Augenhöhe mit anderen Wohnungsunternehmen über aktuelle Herausforderungen, Misserfolge und praxisnahe Lösungsansätze bietet einen wesentlichen Mehrwert. Der Veranstaltungsort, die BigBOX in Kempten im Allgäu, bot hierfür einen passenden und professionellen Rahmen.
Die DigiKon Süd 2026 zeigte damit klar: Die digitale Transformation der Wohnungswirtschaft ist eine strategische, technische und kulturelle Aufgabe – und sie gelingt am besten im offenen Austausch und mit gemeinsamen Lösungen für die Wohnungswirtschaft.
Die nächste DigiKon Süd findet am 13./14.4.2027 wieder in Kempten statt.
Fotos: VdW Bayern/Klaus D. Wolf




