Bezahlbarer Wohnraum braucht bessere Rahmenbedingungen
Bezahlbarer Wohnraum bleibt eines der drängendsten Themen in Baden-Württemberg. Das zeigt der heute veröffentlichte Baden-Württemberg-Check der baden-württembergischen Tageszeitungen: 56 Prozent der Befragten sehen es als eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Landesregierung an, ausreichend bezahlbaren Wohnraum sicherzustellen.
Die Wohnungswirtschaft Baden-Württemberg steht bereit, ihren Beitrag zu leisten. Die im vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen organisierten Wohnungsbaugenossenschaften sowie kommunalen und kreisgebundenen Wohnungsbaugesellschaften bieten bereits heute bezahlbaren Wohnraum: Die landesweite Durchschnittsmiete liegt bei 7,66 Euro pro Quadratmeter.
Der Bau neuer bezahlbarer Wohnungen ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden. Gestiegene Bau- und Grundstückskosten, hohe kommunale Anforderungen, mangelnde Akzeptanz für neue Projekte, zu wenig verfügbares Bauland sowie überzogene energetische Anforderungen haben zu höheren Mieten geführt.
Um in den kommenden fünf Jahren deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und bestehende Wohnungen bezahlbar zu halten, müssen aus Sicht der Wohnungswirtschaft im Land die hohen Anforderungen und Vorgaben im Wohnungsbau sowie die bestehende Wohnraumförderung grundlegend überprüft werden. Nur so könne die Spirale steigender Preise bei steigender Nachfrage und daraus folgenden Verdrängungs- und Segregationseffekten durchbrochen werden.
Der vbw schlägt deshalb unter anderem folgende Maßnahmen vor:
- Die Einführung einer neuen Gebäudekategorie mit abgesenkten Baustandards
- Die Erhöhung der Mittel für die Wohnraumförderung
- Die Schaffung von mehr Bauland – sowohl innerstädtisch als auch am Stadtrand
- Sowie die Fokussierung auf die CO2-Einsparung als zentrales Steuerungselement der Dekarbonisierung statt vorwiegend auf Energieeinsparung zu setzen
Nach der Landtagswahl gilt es, diese Maßnahmen rasch auf den Weg zu bringen, damit mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen kann und sich die Wohnungsmärkte entspannen.
