Friedrichshafener Beispiel zeigt: Wohnungswirtschaft steht für lange Mietverhältnisse
Beispielhaft für viele Mietverhältnisse in der Wohnungswirtschaft: In Friedrichshafen zieht Helga Fehrmann nach 65 Jahren aus dem Gebäude Beethovenstraße 49, das der SWG gehört, in das betreute Wohnen.
Eine außergewöhnliche Verbindung geht in diesem Jahr für die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshafen mbH (SWG) und ihre Mieterin Helga Fehrmann zu Ende: Seit dem Erstbezug des Gebäudes Beethovenstraße 49 im Jahr 1961 lebt Helga Fehrmann dort. Mehr als 65 Jahre ist sie damit mit dem Haus verbunden. Am 31. Oktober feiert sie ihren 90. Geburtstag. Im November zieht sie in das betreute Wohnen im Karl-Olga-Haus in Friedrichshafen und beginnt dort einen neuen Lebensabschnitt.
Als die Beethovenstraße 49 im Jahr 1960 errichtet und am 1. Juli 1961 bezogen wurde, gehörte Helga Fehrmann gemeinsam mit ihrer Familie zu den ersten Bewohnerinnen und Bewohnern. Insgesamt 18 Familien mit 54 Kindern zogen damals in das neue Gebäude ein. Da gehörte es noch gar nicht der SWG. Diese wurde nämlich erst 30 Jahre später gegründet und trat mit der Übernahme der Gebäude 1992 von der Stadt Friedrichshafen in die bestehenden Mietverträge mit den Bewohnern ein. „Ein Mietverhältnis, das älter ist als das Unternehmen, das hat man nicht oft. Und erst recht mit dieser Geschichte und Verbundenheit, das ist für uns schon etwas ganz besonderes!“ betont Alrik von Kolzenberg Geschäftsführer der SWG.
Zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem ersten Kind bezog sie zunächst eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Mit dem Wachstum der Familie folgte fünf Jahre später der Umzug in eine Drei-Zimmer-Wohnung und 1971 in eine Vier-Zimmer-Wohnung, in der Helga Fehrmann bis heute lebt.
Doch ihre Geschichte mit der Beethovenstraße 49 beschränkt sich nicht auf das eigene Zuhause. Auch beruflich war das Haus über Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Ihr Ehemann war von 1965 bis 1983 als Hausmeister tätig.
1989 übernahm Helga Fehrmann selbst die Aufgabe der Hausmeisterin. Bis 2002 kümmerte sie sich um das Gebäude und war Ansprechpartnerin für die Bewohnerinnen und Bewohner. Mehr als 13 Jahre lang engagierte sie sich damit für die Pflege des Hauses und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander.
In den mehr als sechs Jahrzehnten seit dem Erstbezug hat die Beethovenstraße 49 viele Veränderungen erlebt. Generationen von Bewohnerinnen und Bewohnern kamen und gingen, Familien wuchsen, Nachbarschaften veränderten sich. „Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt, es war eine schöne Zeit. Auch wenn der Zusammenhalt früher größer war, ist diese Wohnung bis heute mein Zuhause“. Nach mehr als sechs Jahrzehnten heißt es damit Abschied nehmen von der Beethovenstraße 49 – einem Ort, der für Helga Fehrmann untrennbar mit ihrem Leben, ihrer Familie und vielen Erinnerungen verbunden ist.
Bild: Helga Fehrmann erhält zum 90. Geburtstag Blumen von SWG-Geschäftsführer Alrik von Kolzenberg
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