Auslobung zum Wettbewerb "Preis Soziale Stadt 2027"
Lebenswerte Stadtteile sind Grundlage sozialen Zusammenhalts. In unserer sich sozial immer stärker differenzierenden Gesellschaft besteht auch künftig die Herausforderung, lebendige Quartiere zu entwickeln, das Zusammenleben der Menschen in den Städten und Gemeinden zu unterstützen, das Wohnen bezahlbar zu halten, die Teilhabemöglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner zu erhöhen, den gegenseitigen Respekt zu befördern sowie die eigenen Lebensperspektiven zu verbessern.
Soziale Stadtentwicklung ist eine Daueraufgabe, die nach gemeinschaftlichem, interessenübergreifendem Handeln verlangt. Dies gelingt nur mit der Unterstützung vieler gesellschaftlicher und politischer Akteure. Der Preis Soziale Stadt wird daher von einem breiten Bündnis aus vier Verbänden getragen, die Projekte und Initiativen fördern, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein soziales Miteinander in Stadt und Land engagiert einsetzen.
Der Preis Soziale Stadt richtet sich an kommunale Institutionen, Wohnungsunternehmen, Initiativen und andere Organisationen, die in der Stadt- und Quartiersentwicklung aktiv und mit ihren übertragbaren Projekten beispielgebend sind. Das Ziel des Preises ist, dem Engagement dieser Akteure mehr Sichtbarkeit zu geben, ihren engagierten Einsatz für lebendige Quartiere und soziale Stadtentwicklung zu würdigen und die Übertragung guter Beispiele zu befördern.
Die vielfältigen Träger von sozialen Projekten laden wir ein, sich am Wettbewerb „Preis Soziale Stadt 2027“ zu beteiligen. Der Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für das soziale Engagement von Kommunen, Wohnungswirtschaft und sozialen Trägern. Er wird bereits seit dem Jahr 2000 ausgelobt und alle zwei Jahre zur Förderung des sozialen Miteinanders in Stadt und Land vergeben.
Was ist der Preis Soziale Stadt?
Ziel des Wettbewerbs ist es, vorbildliche Projekte und Initiativen für ein soziales Miteinander in Städten und Gemeinden einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und damit deren Nachahmung zu fördern. Für die Entwicklung lebenswerter Quartiere sind Aktivitäten notwendig, die
• die Lebensbedingungen und Lebenschancen der Menschen in den Quartieren verbessern,
• die Vielfalt der Bewohnerinnen und Bewohner anerkennen und Nachbarschaften stabilisieren,
• die Integration und das inklusive Zusammenleben fördern,
• die gesellschaftlichen Teilhabechancen und die Partizipation in den verschiedenen Lebensbereichen der Bewohnerschaft verbessern,
• die Angebote von Wohnungswirtschaft, Sozialem, Bildung, Kultur, Freizeit und Sport stärken, bedarfsgerechte Versorgungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie Orte der Begegnung und Teilhabe aufbauen und (weiter-)entwickeln sowie das bürgerschaftliche Engagement und die Auseinandersetzung mit dem Quartier fördern.
Wer kann teilnehmen?
Um den Preis können sich Projekte bewerben, die im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes der sozialen Stadtentwicklung aktiv sind und die Planungsphase überwunden haben. Der Preis Soziale Stadt ist offen für alle Projekte und Akteure. Er richtet sich in erster Linie an die klassischen Handlungsträger der Stadtentwicklung wie Kommunen, Wohnungsunternehmen, private Investoren, freie Vereine oder freie Wohlfahrtspflege, aber auch an Mietervereine sowie weitere Vereine und Initiativen.
Bewerben können sich Projekte jeder Größe, kleinteilige Initiativen genauso wie große, komplexe Quartiersprojekte. Projekte, die an einem früheren Wettbewerb „Preis Soziale Stadt“ teilgenommen haben, können nochmals eingereicht werden, wenn ihre Verstetigung gelungen ist oder neue Aspekte den bisherigen Projektansatz erweitert haben. Die Projekte müssen über das Planungsstadium hinausgehen und sich in der Umsetzungs- oder Verstetigungsphase befinden.
Was sind die Beurteilungskriterien?
Die eingereichten Projekte werden nach folgenden Kriterien bewertet:
Vielfalt der Akteure
Es wird Wert auf integrierende Projekte gelegt, die unterschiedlichste Menschen und Akteure zusammenführen (Netzwerkbildung) und die vielfältigen Ressourcen effektiv bündeln.
Einbeziehung der Bewohnerschaft
Nachzuweisen ist, dass nicht nur die Macher der Stadtentwicklung miteinander kooperieren, sondern dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger möglichst umfassend in die Planung und Durchführung der verschiedenen Phasen des Projekts einbezogen sind und Gestaltungsmöglichkeiten haben.
Niederschwelligkeit der Angebote
Die Angebote an die Bewohnerschaft sind möglichst niederschwellig zu adressieren, um eine große Bandbreite an Bewohnergruppen sowie eine große Reichweite der Zielgruppen zu erreichen.
Chance auf Verstetigung des Projektes
In der Projektbeschreibung sollte erkennbar sein, dass mit den Aktivitäten eine dauerhafte Verbesserung der sozialen Situation im Quartier angestrebt wird. Kann das angewendete Verfahren nach einer Lernphase zu einem Selbstläufer werden? Wird sich das Projekt langfristig von der öffentlichen Förderung „abnabeln“ können?
Übertragbarkeit des Projektansatzes
Eine wesentliche Motivation für die Auslobung des Preises ist die Übertragbarkeit der Beispiele. Es sollte daher begründet werden, warum die gewählten Projektansätze, -methoden und -herangehensweisen auf andere Projekte und Initiativen übertragbar sind.
Wie kann man teilnehmen und gewinnen?
Die Bewerbung erfolgt ausschließlich über das Online-Portal www.einreichung.preis-soziale-stadt.de. Das Portal wird am 16.11.2026 geöffnet. Die Bewerbungen sind spätestens bis zum 31. Januar 2027 einzureichen. Weitere Informationen unter www.preis-soziale-stadt.de
Bei Fragen zum Wettbewerbsverfahren wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle für den „Preis Soziale Stadt“ beim vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.:
preis-soziale-stadt@vhw.de
Bei Fragen zur digitalen Einreichungsplattform wenden Sie sich bitte an: support-preis-soziale-stadt@vhw.de
Die Preisverleihung findet am 1. Juni 2027 in Berlin statt. Es werden 15 Projekte für die „engere Wahl“ ausgewählt, von denen bis zu fünf Projekte mit dem Preis Soziale Stadt und einem Preisgeld von jeweils 1.000,- Euro ausgezeichnet werden. Initiativen mit herausragenden Einzelthemen können darüber hinaus mit einer Anerkennung gewürdigt werden. Die Preisträger wählt eine Jury aus, die aus anerkannten Persönlichkeiten der Fachöffentlichkeit, die wichtige Akteure sozialen Engagements in Städten und Wohnquartieren repräsentieren, besteht.
